Bruderkogel

Bruderkogel 2.299m, Korbachkogel 2.250m, Steinermandl 2.192m Wölzer Tauern, Steiermark

Ein traumhafter, aber wenig beachteter Aussichtsberg


Bei einer Fahrt durch das Pölstal sind wenige Berge so präsent, wie der Bruderkogel und seine Trabanten. Genau aus diesem Grund hat mich ein Aufstieg auf diesen Gipfel in den Wölzer Tauern schon seit längerer Zeit gereizt. Am letzten Oktobertag konnten wir den Bruderkogel in unser Tourenbuch eintragen – und was für eine schöne Wanderung das war.

Ausgangspunkt für unsere Tour auf den 2.299 Meter hohen Bruderkogel war der Parkplatz vor dem Forsthaus Pölsen. Von Hohentauern kommend biegt man nach dem Draxlerhaus rechts ab, von St. Johann/Tauern kurz vor dem Draxlerhaus links. Der Parkplatz liegt gleich wenige Meter nach der Abzweigung. Der höchste Punkt unserer Gipfelrunde war bereits vom Parkplatz zu sehen – zum Gipfelkreuz waren es aber noch etwas mehr als 1.000 Höhenmeter, die man sich auf dem Grat zum Bruderkogel echt verdienen muss.

Zu Beginn wanderten wir flach am Forsthaus Pölsen vorbei und folgten dabei immer der Forststraße. Gerade im unteren Bereich ist diese Tour wenig markiert, somit sollte man schon vorbereitet in diese Wanderung gehen. Nach zirka 20 Minuten folgten wir einer kleinen, aber gut erkenntlichen gelben Hinweistafel in Richtung Bruderkogel und stiegen durch schöne Waldstücke auf. Immer in Begleitung: der Lackneralmbach. Zirka die Hälfte der Höhenmeter legten wir auf Forstwegen oder kurzen Abkürzungen zurück, erst nach zirka 1,5 Stunden endete die Forststraße und ein wunderschöner Weg führte uns Stück für Stück weiter in Richtung Baumgrenze.

Mich persönlich erinnert der Grataufstieg auf den Bruderkogel abschnittsweiße an den Aufstieg über den Schmähhausrücken auf den Hochreichart. Immer wieder muss man kleine Felsbrocken überkraxeln oder umwandern, wirklich gefährlich wird es dabei aber nie, Trittsicherheit sollte dennoch mitgebracht werden. Schon beim Weg zum Gipfel bot sich uns ein herrliches Panorama: im Rücken der Große Bösenstein, weiter „draußen“ das Xeis und auch der westliche Gamskogel und das Kesseleck waren auszumachen. Die Baumgrenze war bereits passiert, als die Schneefelder etwas zunahmen, der Weg war aber weitestgehend schneefrei, somit konnten wir rasch an Höhe gewinnen. Nur die letzten 150 Höhenmeter mussten wir einige Schneefelder queren und auch dem immer stärker werdenden Wind trotzen.

Nach etwas mehr als drei Stunden reiner Gehzeit genossen wir am Gipfel des Bruderkogel die geniale Fernsicht an diesem Tag. Hochwildstelle, Dachstein, Großer Knallstein – sie alle waren an diesem Tag bestens zu erkennen. Aufgrund der recht hohen Windgeschwindigkeit hielten wir uns am verschneiten Gipfel nicht lange auf und setzten unsere Tour in Richtung Korbachkogel, dessen 2.250 Meter hohen Gipfel ein schönes Holzkreuz ziert, fort. Schnell ein paar Fotos geknipst und schon ging es weiter zum dritten Berg unserer Wanderung – dem 2.192 Meter hohen Steinermandl. Der höchste Punkt ist aber lediglich durch eine Eisenstange markiert. Hier entschieden wir uns dann auch für eine kurze Jausenpause. Wer konnte es uns verdenken, die Tiefblicke ins Pölstal und der Ausblick auf die Berge des Murtals waren einfach zu verlockend.

Nach einer halben Stunde ging es weiter: immer dem Wanderweg 947 entlang, bis man zu einem Wegweiser kommt, der einem links in Richtung „Lawinentunnel St. Johann“ führt. Geradeaus hätte man noch den Eisenbeutel (1.855m) mitnehmen können, wir entschieden uns aber dagegen. Der weitere Abstieg führt, bis auf die ersten Meter, ausschließlich über eine Forststraße – nach einer Stunde konnten wir unsere, schon lang angetragene Tour beim Lawinentunnel beenden.

Das einzig Negative, an einer wirklich traumhaften und sehr empfehlenswerten Tour: meiner Garmin Fenix 5X ging kurz nach unserer Pause am Steinermandl der Saft aus – natürlich hatte ich am Vortag aufs Aufladen vergessen – somit ist auch das downloadbare GPX-File nicht vollkommen komplett. Die Tour über den Bruderkugel ist eine konditionell durchaus anspruchsvolle Wanderung, die ab dem Gipfel in Richtung Korbachkogel aber eine absolute Genusswanderung wird. Wir wurden beim Lawinentunnel abgeholt und zurück zu unserem Ausgangspunkt gebracht. Somit konnten wir uns zirka fünf Kilometer „Asphalthatscher“, auf einer noch dazu recht viel befahrenen Strecke, ersparen.

Infobox
Start - Ziel:Parkplatz kurz nach der Abzweigung in Richtung Forsthaus Pölsen
-
kurz vor dem Lawinentunnel nach St.Johann/Tauern
Höhenmeter:1.100
Distanz (km):14,5
Gehzeit (exkl. Pausen):5-6h
GPX-File Download:Link

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