Fahnenköpfl

1.648m | Eisenerzer Alpen, Steiermark

Auf steilen Pfaden auf den Aussichtsposten am Grete-Klinger-Steig


Der weithin bekannte Grete-Klinger-Steig führt von Trofaiach über das Fahnenköpfl und die Vordernberger Mauer auf den Eisenerzer Reichenstein – eines der attraktivsten Ziele der Eisenerzer Alpen. Wer „nur“ einen Teil dieses langen Steigs gehen will, der sollte die Tour von der Hirnalm auf das Fahnenköpfl ins Auge fassen – eine abwechslungsreiche, kurze, aber knackige Tour, die mit traumhaften Ausblicken aufwarten kann.

Startpunkt ist die auf 934 Meter gelegene Hirnalm, die über Trofaiach und eine fünf Kilometer lange Straße durch den Krumpengraben sehr gut erreichbar ist. An schönen Tagen sollte man frühzeitig dort sein – es sind zwar viele Parkmöglichkeiten vorhanden, diese füllen sich bei passendem Bergwetter aber recht rasch. Jasmin und ich sind früh unterwegs und machen uns um halb 7 Uhr morgens bei der Hirnalm auf den Weg zum Barbara-Kreuz. Etwas mehr als 100 Höhenmeter sind es bis zu diesem ersten Etappenziel, wo wir links abbiegen und dem Steig in Richtung Norden folgen. Das Waldgelände lichtet sich immer wieder und stellenweise können wir auch schon unser Ziel ausmachen – bis dahin liegt aber noch ein recht steiler Aufstieg vor uns.

Nach einigen entspannten Gehminuten durch schönes Waldgelände steilt der Wanderweg immer mehr an und wir gewinnen rasch an Höhe. Immer gut ersichtlich schlängelt sich der Steig mäanderförmig in Richtung dem felsigeren Terrain. Eine gute Stunde sind wir unterwegs, als wir nach einigen Querungen bei der ersten seilversicherten Stelle ankommen. Wir haben unser Klettersteig-Set mit, entscheiden uns aber die ersten Stellen ohne dieses in Angriff zu nehmen. Ausgesetzt ist das Gelände zwar nicht, man sollte aber schon mit Trittsicherheit und Konzentration bei der Sache sein, denn die Wiesenhänge sind sehr abschüssig und teilweise ist der Steig, durch den Regen des Vortags, noch etwas feucht. Wir meistern die Passagen aber gekonnt und genießen nach einer zirka 1,5 Stunden Gehzeit einen traumhaften Ausblick zum Gößeck, mit 2.214 Metern dem höchstem Berg der Eisenerzer Alpen. Ein paar Fotos, ein paar Schlückchen aus der Trinkflasche und schon folgen wir dem teilweise recht schottrig/erdigen Weg zur nächsten Seilversicherung. Hier entscheiden wir uns dann für das Anlegen unseres KS-Sets – man will ja nichts riskieren. Über eine glatte Steinplatte und weiter über einen Felsaufschwung der Kategorie B steigen wir die letzten Meter zum Fahnenköpfl empor. Die letzten Meter verlaufen wenig steil direkt am Grat. Insgesamt 2,5 Stunden sind wir inklusive einiger Fotostopps unterwegs, als wir beim markanten Gipfelsymbol des Fahnenköpfls ankommen. 

Der Regen der vergangenen Nacht hat die Luft reingewaschen, die Fernsicht ist fantastisch und lässt eine Vielzahl an Bergspitzen in der Ferne erblicken – darunter der Große Bösenstein und andere Vertreter, der westlich gelegenen Bergwelt. Zum Greifen nah wirkt der Hochturm, der heute sicherlich auch sehr gut besucht ist. Eine gute halbe Stunde lassen wir die Umgebung auf uns wirken und steigen danach über unseren Aufstiegsweg wieder in Richtung Hirnalm ab. Im Abstieg kommen uns nun viele Wanderer entgegen, einige davon sind auf dem Weg zum Reichenstein – vom Barbara-Kreuz sind es aber um die sechs Stunden und die Sonne brennt bereits ordentlich herunter. Wir sind froh, dass wir uns wieder im Abstieg befinden und erreichen um zirka halb 12 die Hirnalm, deren Parkplatz nun äußerst gut gefüllt ist. Ein Anstoßen mit einem durchaus verdienten Radler beschließt eine abwechslungsreiche und spannende Tour auf den markanten Felsspitz des Fahnenköpfls. 

Da es sich beim Grete-Klinger-Steig über keinen reinen Wanderweg handelt, sollte Trittsicherheit vorausgesetzt sein. Noch dazu würde ich von einem Aufstieg bei nassen Verhältnissen definitiv abraten. Mit etwas Erfahrung steht einen schönen Bergerlebnis am südlichen Ausläufer des Reichenstein-Massivs aber nichts im Wege.

Infobox
Start - Ziel:Parkplatz Hirnalm
Höhenmeter:725
Distanz (km):8,5
Gehzeit (exkl. Pausen):3-4,5h
GPX-File Download:Link

Schreibe den ersten Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.