Gindlhorn

1.259m | Totes Gebirge, Steiermark

„Vom Kripperl aufs Hörndl“ oder: von Pürgg aufs Gindlhorn


Da wir am Osterwochenende nicht ins Fleischkoma fallen wollten, ging es für uns am Ostermontag wieder mal ins Ennstal bzw. zum Eingang ins Ausseerland. Das Gindlhorn bietet einen besonderen Blick auf das Multereck, einen Gipfel am Grimming-Massiv und ist um diese Jahreszeit schon gut begehbar.

Für Jacky und mich hieß es wieder „wir folgen den Ortskundigen“, ist der andere Teil unserer „Bergbuddies“-Clique doch aus dem Ennstal. Ein paar Wörter seien dazu noch erlaubt: Carina, Xenia und ich kennen uns schon seit längerer Zeit – wir sind seit vielen Jahren Arbeitskollegen – und entschieden uns im Vorjahr dazu, dass wir ja auch zusammen die Gipfel stürmen könnten. 2020 konnten wir schon einige Touren gemeinsam erleben. Zusammen standen wir zum Beispiel am Deneck und am Hochrettelstein und auch für heuer ist die Gipfelvorratsdose prall gefüllt. Das Schöne daran: aus Arbeitskollegen wurden Freunde und dafür bin ich sehr dankbar! … aber nun zurück zur Tour.

Kurz vor halb 10 Uhr schulterten wir am großen Parkplatz im Kripperl der Steiermark, diesen Beinamen hat das nicht einmal 200-Einwohner große Pürgg, unsere Rucksäcke und machten uns auf den Weg in Richtung Gindlhorn – wir entschieden uns bereits in der Planungsphase für den Aufstieg über die „Himmelsleiter“ – vom Parkplatz bis zum Gipfelkreuz waren um die 450 Höhenmeter zu bewältigen. Wir folgten zu Beginn der Straße, die uns an einem kleinen Schwimmbad vorbeiführte und kurz danach in eine schottrige Forststraße überging. Die gesamte Tour ist perfekt markiert und an den wichtigen Punkten auch bestens beschildert – bis zum Gindlhorn folgten wir dem Wanderweg 289. Nach wenigen Minuten steilte der Weg aber schon an und führte uns durch schönes Waldgebiet weiter nach oben. Irgendwie erinnerte uns das Gelände und das schön angelegte Steigerl an unsere letztwöchige Tour, wo wir am Rittersteig unterwegs waren. Das Panorama war heute aber definitiv besser. Nach einer knappen Dreiviertelstunde kamen wir beim ersten Kreuz des Tages, einem aufgemauerten, mit Steinen versehenen Gebilde, vorbei.

Ein schnelles Foto und die Aussicht genossen und schon gings weiter, in nur wenigen Schritten sollte die Himmelsleiter auf uns warten. Diese entpuppte sich dann als harmlose Holzstiege und stellte wahrlich kein Hindernis für unsere Gruppe dar. Kurz darauf gelangten wir auf eine traumhaft gelegene Alm mit Blick in Richtung Bad Mitterndorf. Ein paar Drohnen-Aufnahmen mussten hier einfach gemacht werden, zu groß war die Verlockung. Wir folgten dem Weg und anschließend einer Forststraße, nach nur fünf Minuten schickte uns aber ein Wegweiser linkerhand in den Wald in RIchtung Gipfel – 30 Minuten war darauf vermerkt – durch wirklich sehr rutschiges und teilweise auch eisiges Terrain brauchten wir diese auch. Bei trockenen Verhältnissen sind diese 30 Minuten seeehr großzügig angegeben. Kurz vor dem Gipfel wartete noch eine etwas längere Holzstiege auf uns, mit etwas Konzentration war aber auch diese schnell bezwungen. Um kurz nach elf Uhr erreichten wir das 1.259 Meter hohe Gindlhorn und trugen uns sofort ins Gipfelbuch ein. Ein paar Fotos am etwas vorgelagerten Kreuzfelsen mussten natürlich auch sein.

Logischerweise waren unsere Jausenboxen mit Osterfleisch gefüllt, wie konnte es denn auch nur anders sein. Die gute Jause verzehrt und einige Luftaufnahmen von der umliegenden Bergwelt in der Drohne und schon stiegen wir vorsichtig bis zur Forststraße ab – hier war stellenweise wirklich Konzentration gefordert. Bei der Kreuzung angekommen, hielten wir uns links und standen nach wenigen Minuten am Kleinen Hörndl, welches für mich noch mehr Charme als das Gindlhorn (oder Gindlhörndl) selbst hat. Wir stiegen wenig später in Richtung Gasthaus Dachsteinblick ab und folgten dort der Beschilderung in Richtung „Pürgg über Kirchweg“. Von hier an war es ein entspanntes Wandern auf gut ausgetretenen Pfaden und Forststraßen.  Irgendwo auf dem Weg liegt der Einstieg in eine Kletterroute – da wir auch einen Sportkletterer in unserer Wanderrunde haben, musste dieser Einstieg natürlich gefunden werden, was wir schlussendlich auch taten. Bei Temperaturen um die 15 Grad wanderten wir die letzten Meter, mit traumhafter Aussicht in Richtung Irdning und hinein in Richtung Planneralm, bis nach Pürgg und beendeten kurz vor halb zwei Uhr unsere dringend notwendige Osterwanderung.

Mit etwas Trittsicherheit und Konzentration kann das Gindlhorn von jedem erwandert werden. Carina, die nur einen Steinwurf von hier aufgewachsen und fast Stammgast am Hörndl ist, teilte mir mit, dass im Sommer regelrechte Völkerwanderungen, auch mit Kindern, an der Tagesordnung stehen. Nachvollziehbar, ist das Panorama wirklich faszinierend und die Tour eine wirklich schöne.

Infobox
Start - Ziel:Parkplatz Pürgg
Höhenmeter:550
Distanz (km):7,8
Gehzeit (exkl. Pausen):2-3h
GPX-File Download (Aufstieg):Link
GPX-File Download (Abstieg):Link

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