Hämmerkogel Überschreitung

2.253m | Seckauer Tauern, Steiermark

„Gipfelsammeln“ am östlichen Ausläufer der Seckauer Tauern


Mit dem Seckauer Zinken fehlt mir noch einer der prominenteren Gipfel der Seckauer Tauern, somit wollten Jacky und ich diesem Gipfel vor wenigen Wochen einen Besuch abstatten, am Ende sollte es dann aber doch anders kommen. Aufgrund der Witterungsverhältnisse entschlossen wir uns kurzfristig zu einer Überschreitung des aussichtsreichen Hämmerkogels – eine unschwierige und äußerst lohnenswerte Traumtour im steirischen Murtal.

Fest den Seckauer Zinken im Blick, machen wir uns am ersten Mittwoch des Monats Juli auf den Weg in Richtung Feistritzgraben und zur Unteren Bodenhütte. Für uns ist die Anfahrt vergleichsweise kurz, nur eine knappe halbe Stunde sind wir mit dem Auto unterwegs. Kurz nach 7 Uhr morgens starten wir bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen über die Forststraße und einen schönen Waldweg in Richtung Obere Bodenhütte, welche wir nach einer guten halben Stunde erreichen. Ab der Oberen Bodenhütte (unbewirtschaftet) folgen wir dem Wanderweg 978. Dieser führt zu Beginn über kupiertes Grasgelände und schlängelt sich wenig später neben dem Feistritzbach in die Höhe. Der Aufstieg ist wirklich ein Genuss: das Plätschern des Baches, überwiegend schattig und eine schöne Kulisse – noch dazu sind wir komplett alleine unterwegs, erst etwas später sollten wir einen Wanderer treffen. Die Bäume weichen und es geht durch unzählige Latschenfelder weiter nach oben. Aber auch die Latschen verziehen sich irgendwann mal und es geht stellenweise etwas steiler in Richtung Einsattelung zwischen Hochreithhöhe und Hämmerkogel, welche wir nach insgesamt zwei Stunden erreichen. Dort biegen wir links ab und nehmen den Schlussanstieg zum 2.253 Meter hohen Hämmerkogel in Angriff. Etwas mehr als zwei Stunden reine Gehzeit sind verstrichen, als wir unseren zweiten Gipfelsieg auf diesem Berg feiern – bereits 2019 stießen wir mit meiner Mama beim Gipfelkreuz des Hämmerkogels an.

Bereits ab der vorhin erwähnten Einsattelung auf zirka 2.120 Metern Seehöhe hat man ein traumhaftes Panorama: zum Greifen nah sind natürlich der Zinken, sowie der dahinter liegende Maierangerkogel, den wir bereits 2020 besteigen durften. Gesäuse, Eisenerzer Alpen – unzählige Gipfel sind auszumachen. Trotz der schönen sich uns bietenden Kulisse müssen wir über unseren weiteren Weg beratschlagen. Eigentlich stand die Zinkenüberschreitung von der Bodenhütte zur Steinmühle auf dem Programm, es peitscht aber ein äußerst böiger Wind über die Gipfel der Seckauer, weswegen wir uns dann doch umentscheiden und die Gipfelwanderung in Richtung Hochalm ins Auge fassen. Mit dabei ist nun ein Wanderer, der uns im Aufstieg stehen gelassen hat – auch ihm sind die Bedingungen für den Grataufstieg zu unsicher und er schließt sich uns an.

Wir folgen also dem markierten Steig, der am Grat des Südhanges des Hämmerkogels nach unten führt und kommen nach wenigen Minuten zur Weggabelung, die weiter zur Goldlacke führen würde. Wir bleiben auf dem Wanderweg 983 und spazieren entspannt über die Gipfel der Schwaigerhöhe (2.214m) und der Lamprechthöhe (2.114m), auf welcher wir dann unsere wohlverdiente Jausenpause einlegen – traumhafte Ausblicke zum Hochalmkircherl und ins Aichfeld inklusive. Gestärkt marschieren wir weiter bis zum Kumpitzstein (1.924m) und spekulieren kurz mit einem Abstecher zur Hochalm und dem neuen Gipfelkreuz, welches wir aber schon am Sonntag davor besucht haben. Kurz vor dem Kumpitzstein biegt der Wanderweg 984 ab und führt uns über schön angelegte Wege über den Totengraben und Kugelstein, an den Hängen des Tagwarts vorbei und später zurück zur Oberen Bodenhütte, wo sich der Kreis unserer Rundwanderung schließt. Von hier folgen wir dem Aufstiegsweg zurück zur Hütte, wo wir zusammen mit unserem sehr netten Weggefährten auf eine gelungene Tour anstoßen.

Die Überschreitung des Hämmerkogels ist eine landschaftlich äußerst reizvolle und vor allem unschwierige Wanderung, die nur aufgrund ihrer Länge von zirka 15 Kilometern etwas herausfordernder sein kann. Lediglich beim Abstieg vom Hämmerkogel sollte man etwas konzentrierter sein, hier ist das Gelände etwas steiler, aber keinesfalls ausgesetzt. Mit einer guten Kondition und bei schönem Wetter steht einer echten Genusstour im Murtal nichts im Wege. Eine Einkehr auf der Bodenhütte rundet einen perfekten Bergtag definitiv ab.

(Achtung: die Zufahrt zur Unteren Bodenhütte ist nur solange offen, bis das Vieh abgetrieben wird, dann verlängert sich die Tour um einige Höhenmeter)

 

Infobox
Start - Ziel:Parkplatz Untere Bodenhütte
Höhenmeter:1.050
Distanz (km):14,9
Gehzeit (exkl. Pausen):4,5-6h
GPX-File Download:Link

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