Hochlantsch über Franz Scheikl Klettersteig

1.720m | Grazer Bergland, Steiermark

Auf den höchsten Gipfel des Grazer Berglands


Mit seinen 1.720 Metern Seehöhe ist der Hochlantsch nicht nur die höchste Erhebung des Grazer Berglandes, wegen seines traumhaften Panoramas und vielen Aufstiegs- und Wanderrouten zählt die Gegend auch zu den beliebtesten Erholungsgebieten der gesamten Steiermark. Für meinen ersten Besuch am Hochlantsch entschieden wir uns für den Aufstieg über den Franz Scheikl Klettersteig – warum einfach, wenn man auch „etwas“ Nervenkitzel haben kann.

Zu fünft machen wir uns aus dem Aichfeld auf den Weg in Richtung St.Jakob/Breitenau – dort ist die Anfahrt zu den Parkplätzen auch ausgeschildert. Bis auf eine Seehöhe von 1000 Metern kann man mit dem PKW zufahren, beim Bauernhof Zirbisegger ist aber Schluss. Somit sind es bis zum Gipfel mehr als 700 Höhenmeter. Die ersten 400 davon geht es durch ab und an recht steiles Waldgelände – der Weg zum Einstieg ist immer gut beschildert und auch ersichtlich. Kurz vor dem Einstieg kommen wir bei einer Holzhütte vorbei, halten uns dort rechts und machen uns „Klettersteig-ready“. Mit dabei sind an diesem Tag, neben meinem Schwager Richie, auch eine Bekannte und deren Kinder, die aber bereits Klettererfahrung in der Halle gesammelt haben. An dieser Stelle sei angemerkt, dass der Klettersteig auf den Hochlantsch nicht unbedingt für Anfänger geeignet ist – gerade gegen Ende gibt es die eine oder andere knackigere Stelle. Generell ist der KS mit dem Schwierigkeitsgrad C/D angegeben – auf Bergsteigen.com ist er mit C geführt.

Ab dem Einstieg präsentiert sich der Steig sehr abwechslungsreich. Fels und kurze Gehpassagen wechseln sich hier ab, somit kann man zwischendurch auch immer wieder seine Arme etwas ausruhen. Kurz nach dem Einstieg gibt es auch bereits die erste C (C/D)-Stelle, welche aber mit Eisentritten versehen ist. Bis zum Wandbuch geht es in spannendem A-B-Gelände weiter. Dort angekommen, gönnen wir uns eine kurze Verschnaufpause und genießen die Aussicht zum Rennfeld, zur Mugel und natürlich zum Hochschwabmassiv, welches klar und deutlich zu erkennen ist. Noch schnell einen Eintrag ins Wandbuch und schon steigen wir wieder um die 80 Höhenmeter ab, ehe es auf der gegenüberliegenden Seite wieder steil nach oben geht. Etwas mehr als 300 Höhenmeter sind vom Einstieg bis zum Ausstieg zu bewältigen, die Schlüsselstelle stellt sich uns erst kurz vor dem Ende entgegen. Eine C-C/D-Stelle über eine recht glatte und steile Platte, an der ich erst im zweiten Anlauf vorbeikomme. Kurz davor bietet sich auch die Möglichkeit, diese Stelle in leichterem A/B-Gelände zu umgehen. Wenige Klettermeter danach endet der wunderschön angelegte Franz Scheikl Klettersteig auch schon.

Nach dem Ausstieg folgen wir den Steigspuren und wenig später dem Normalweg in Richtung Gipfel. Dieser ist in zirka 15 Minuten zu erreichen. Um kurz nach halb sechs Uhr Abends genießen wir das Panorama am höchsten Gipfel des Grazer Berglands: die nahe gelegene Teichalm, die Hohe Veitsch aber auch einige Gipfel aus den Eisenerzer Alpen sind zu erkennen. Nach wenigen Minuten macht sich unsere fünfköpfige Gruppe auf den Weg zum Steirischen Jockl um dort mit Bier, Radler und Cola auf eine wirklich spannende und abenteuerliche Tour anzustoßen. Beim Abstieg geht es vorbei an der kleinen Wallfahrtskirche Schüsserlbrunn, über eine Vielzahl von Holzstiegen verlieren wir recht schnell an Höhe – hier ist bei Nässe Vorsicht geboten! Kurz bevor wir wieder am Parkplatz ankommen, erleben wir noch einen wunderschönen Sonnenuntergang  – ein perfekter Abschluss eines sehr gelungenen Tages.

Infobox
Start - Ziel:Parkplatz Zirbisegger
Höhenmeter:800 (davon gute 300 Höhenmeter im KS)
Schwierigkeitsgrad:C/D
Gehzeit (exkl. Pausen):Zu-/Abstieg: 2-2,5h
Klettersteig: 1-2h
GPX-File Download:nicht verfügbar

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