Kragelschinken, Wildfeld & Stadelstein

1.845m, 2.043m, 2.070m | Eisenerzer Alpen, Steiermark

3-Gipfeltour am Thekla-Steig


Schon sehr lange stand der Aufstieg auf das Wildfeld und den Stadelstein auf meiner Wunschliste. Geplant war aber eigentlich eine Tour aus der Eisenerzer Ramsau, schlussendlich entschieden wir uns für den kürzeren Anfahrtsweg und den südseitigen Aufstieg. Damit konnten wir unsere Wanderung um einen weiteren, aussichtsreichen Gipfel erweitern.

Vom im steirischen Liesingtal gelegenen Ort Kalwang führt eine Straße in den Teichenbachgraben – knappe sieben Kilometer Schotterstraße sind es vom Ortsende bis zum Wanderparkplatz. Wir sind wieder mal die Ersten – je früher, umso besser. Kurz vor 7 Uhr morgens starten wir auf der Schotterstraße in Richtung Kragelschinken, der unser erster Gipfel des Tages werden soll. Nach wenigen Gehminuten folgen wir der ersten Hinweistafel zum Teichenegg. Durch schattiges und angenehm kühles Waldgelände steigen wir einige Höhenmeter auf, ehe wir wieder auf eine Forststraße treffen, diese queren und danach dem Weg, der sich dem großen Holzschlag hinaufschlängelt, folgen. Den letzten Teil der knapp 500 Höhenmeter vom Parkplatz bis zum Teichenegg geht’s durch sattes Grün der Flora, linkerhand wirkt der Kragelschinken schon zum Greifen nah. Um die 150 Höhenmeter sind es von der Weggabelung bis zum Gipfel, wir halten uns links, biegen auf den bekannten „Thekla-Steig“ (Wanderweg 673) ab und folgen dem immer perfekt markierten und stets ersichtlichen Steig bis zum höchsten Punkt des traumhaften Aussichtsbergs auf 1.845 Metern Seehöhe. Die Rundum-Sicht ist wirklich beeindruckend: neben Blicken zu den südlich gelegenen Seckauer Tauern sind vor allem der Hochkogel und der Kaiserschild sehr präsent.

Nach einer kurzen Pause folgen wir dem Thekla-Steig, der auf 32 Kilometern Gesamtlänge, die Mödlingerhütte und die Reichensteinhütte verbindet, zurück zum Teichenegg, steuern dann aber geradeaus weiter auf das Wildfeld zu. (Tipp: Pauli von „Paulis Tourenbuch“ ist den Thekla-Steig in zwei Tagen abgewandert – äußerst lesenswert!!) Mit Fortdauer wird der Weg auch etwas steiler und schmaler, wir gewinnen aber somit auch rasch an Höhe. Bei einer kleinen Markierungsstange biegen Jacky und ich links ab und nehmen den steilen Schlussanstieg zum Wildfeldplateau in Angriff. Der Steig präsentiert sich teilweise recht geröllig, hier sollte man schon bei der Sache sein. Am Plateau angekommen geht es für uns rechts zum 2.043 Meter hohen Gipfel des Wildfelds, welchen ein kleines aber feines Kreuz ziert. Auf einem markanten Felsen, der dem Wildfeld vorgelagert ist, erspähen wir ein weiteres Kreuz – für uns ist dieses aber zu 100% nicht erreichbar. Es ist recht windig, somit heißt es schnell ein paar Fotos einsammeln und einige Höhenmeter absteigen.

Zuerst geht es für einige Gehminuten angenehm flach durch die traumhafte Landschaft, ehe der etwas steile und felsige Anstieg zum höchsten Punkt unserer Tour beginnt. Zirka 30 Minuten sind es vom Wildfeld zum Stadelstein. Im obersten Teil und auch rund um das Gipfelkreuz sollte man definitiv trittsicher sein, fällt der 2.070 Meter hohe Berg vor allem ostseitig fast senkrecht ab. Wirklich gefährlich oder ausgesetzt wird das Terrain aber nicht. Die Idee, den Stadelstein an diesem sonnigen und nicht allzu warmen Samstag zu besteigen hatten noch viele andere Wanderer. Fast im Minutentakt trafen andere Naturliebhaber beim Gipfelkreuz ein. Bemerkenswert: das Kreuz am Stadelstein ist deckungsgleich mit jenem auf der nicht weit entfernten Vordernberger Grießmauer. Als wir am Gipfel ankamen waren wir noch alleine, somit beschloss ich noch schnell einige Aufnahmen mit meiner Drohne zu fliegen, anscheinend sehr zum Missfallen mancher Wanderer, die dann eintrafen.

Wir versuchen die „vielleicht lustig gemeinten“ Kommentare auszublenden und genießen dennoch unsere Jause, mit perfektem Ausblick zum Reiting und damit dem höchsten Berg der Eisenerzer Alpen, dem Gößeck (2.214m). Auch das Hochschwabmassiv mit seinen unzähligen Gipfel, darunter auch einer meiner Lieblinge, der Hochturm, war sehr gut auszumachen. Kurz vor 12 Uhr machen wir uns schön langsam wieder auf den Weg, bringen den felsigen Gipfelbereich hinter uns, queren wenig später das Wildfeld und ersparen uns somit den recht steilen Aufstieg zum Wildfeld hinauf. Stattdessen geht es in angenehmer Steigung zurück zum nordwestlichen Beginn des Wildfeldplateaus, wo wir unserem Aufstiegsweg, zurück zum Teichenegg, folgen. Dabei immer im Blick, der Maierangerkogel und der Hochreichart, aber auch der Große Bösenstein und die Hochhaide sind „weiter draußen“ gut zu erkennen – einfach traumhaft. Wir tauchen wieder in das Waldgelände ein, stehen um kurz nach 14 Uhr wieder bei unserem Auto und lassen eine wirklich lohnende Tour in den Eisenerzer Alpen Revue passieren. 

Infobox
Start - Ziel:Parkplatz Teichenbachgraben
Höhenmeter:1150
Distanz (km):14
Gehzeit (exkl. Pausen):4-6h
GPX-File Download:Link

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