Krugsee

1.850m | Seckauer Tauern, Steiermark

Naturjuwel in den Seckauer Tauern


Der Ingeringsee ist wohl das bekannteste Gewässer der Seckauer Tauern, auch weil er durch seine gute Erreichbarkeit ein beliebtes Ausflugsziel für viele Naturliebhaber ist. Nicht weniger „interessant“ ist der Krugsee, der idyllisch zwischen Gamskögelgrat und Krugspitze liegt. Ein unschwieriger Aufstieg wird mit einer unberührten Landschaft und einem grandiosen Bergpanorama belohnt.

Nachdem wir zuletzt meist in den Wölzer Tauern unterwegs waren, entschieden wir uns dazu, wieder etwas in den Seckauer Alpen zu machen. Durch den Schneefall der vorangegangenen Tage waren unsere Optionen aber limitiert. Wir hatten keine Lust bei diesen rutschigen Verhältnissen aufs Geierhaupt oder den Seckauer Zinken zu stapfen. Es muss am Ende ja auch nicht immer ein Gipfel sein – der Krugsee war schnell als Ziel auserkoren. Der Ausgangspunkt für die Tour zum malerischen See auf zirka 1.850 Meter Seehöhe ist der Parkplatz im Hintertal. Dieser ist über die Verbindungsstraße zwischen Gaal und Möderbrugg zu erreichen. Bei der Abzweigung ins Hintertal gibt es eine große Hinweistafel mit den Parkmöglichkeiten – die kann man eigentlich nicht übersehen. 

Wir sind spät unterwegs – es ist 10:30 Uhr, als wir uns beim Parkplatz im Hintertal, am Wanderweg 40, auf den Weg in Richtung Krugsee machen. Auf einer gelben Hinweistafel sind drei Stunden angeschrieben – eine sehr großzügige Zeitangabe, aber besser so, als andersherum. Für eine knappe Stunde folgen wir der Forststraße, ehe wir einer Markierung durch den Wald folgen, aber wenig später wieder auf die Straße stoßen. 15 Minuten später biegen wir direkt beim Musenbach links ab – diese Stelle ist mit nicht weniger als vier rot-weiß-roten Markierungen gekennzeichnet. Für ein paar Minuten geht es nahe des rauschenden Gebirgsbaches hinauf, ehe sich der Verlauf des Musenbachs und der Wanderweg 40 trennen. In nordwestlicher Richtung geht es für uns mäßig ansteigend weiter, ehe wir, zirka 200 Höhenmeter unter unserem Ziel, auf den ersten Schnee des Jahres treffen. Der Schlussanstieg zum Krugsee ist durchaus steil und wird durch den Schnee etwas spannender. Wir kämpfen uns durch die teils tiefe weiße Pracht und treffen um kurz vor 13 Uhr am Krugsee ein. 

Eine knappe Stunde verbringen wir bei diesem Naturjuwel des Murtals und genießen die Stille, welche diese Jahreszeit mit sich bringt. Für mich hat der Herbst eine vollkommen andere Art von Ruhe, als der Sommer oder der Frühling. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich sowieso die kalten Jahreszeiten bevorzuge. Im Aufstieg haben wir auch noch mit einem Gipfelsturm auf die Krugspitze geliebäugelt, aufgrund der Verhältnisse entscheiden wir uns aber recht schnell dagegen und lassen unsere Blicke durch die Umgebung schweifen. Sehr präsent ist natürlich der Gamskögelgrat mit seiner höchsten Erhebung, dem Westlichen Gamskogel (dort war ich heuer zum Sonnenaufgang – und was für eine geniale Tour das doch war). Weiter links stehen mit dem Amachkogel und dem Kesseleck zwei Gipfel, die Jacky und ich im Vorjahr im Zuge unserer Kammwanderung vom Sommertörl ins Bärntal besuchen durften. Im Osten steht der mächtige Sonntagkogel, der einer der wenigen hohen Gipfel dieser Bergregion ist, den kein Gipfelkreuz ziert.

War der Aufstieg durch den Neuschnee doch etwas anstrengend, so ist der Abstieg richtig unterhaltsam. Aus einem Schritt werden ab und an gleich drei und im Handumdrehen erreichen wir die Grenze zum vom Herbst gezeichneten Waldgebiet. Bei der Gaalwaldhütte, die auf 1.360 Meter liegt, genießen wir für ein paar Minuten die wohltuenden Sonnenstrahlen, ehe wir die weiteren Kilometer zurück zum Parkplatz in Angriff nehmen. Insgesamt legt man ungefähr zehn Kilometer auf der Forststraße zurück. Etwas weniger als fünf Stunden sind wir unterwegs, als wir wieder beim Parkplatz ankommen und nun auch die Wanderung zum Krugsee in unser Tourenbuch eintragen dürfen.

Ein Aufstieg zu diesem wirklich traumhaft gelegenen Bergsee kann jedem Naturliebhaber ans Herz gelegt werden. Die gut zwei Stunden und 650 Höhenmeter sind unschwierig, lediglich die letzten Höhenmeter sind etwas steil, aber nie gefährlich. Gerade jetzt, wo der erste Schnee gefallen ist, sollten Grödel aber definitiv im Rucksack sein. Dann steht einer ruhigen und entspannten Tour in den Seckauer Tauern nichts im Wege.

Infobox
Start - Ziel:Parkplatz Hintertal
Höhenmeter:670
Distanz (km):13,5
Gehzeit (exkl. Pausen):3-4h
GPX-File Download:Link

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