Pletzen & Großer Ringkogel

2.345m, 2.277m | Seckauer Tauern, Steiermark

Aussichtsreiches Genusswandern im Herzen des Murtals


Es gibt sie noch, diese einsamen Touren, wo man nur wenigen Gleichgesinnten über den Weg läuft und die Natur nutzen kann, um sich vom Alltag zu erholen. Die Wanderung auf den Großen Ringkogel und weiter auf den Pletzen ist genau so eine. Zuletzt war ich 2019 am Ringkogel, damals aber ohne „Erweiterung“ auf den Pletzen – nun konnte ich auch dem kleinen schmiedeeisernen Kreuz einen Besuch abstatten.

Früh klingelt der Wecker, genauer gesagt um halb fünf Uhr morgens werden wir aus dem Schlaf gerissen. Die Anfahrt ist für uns nicht allzu lange, zirka 25 Minuten brauchen wir von Zuhause bis zum Parkplatz, kurz vor dem Gehöft Gaalreiter. Es ist kurz nach halb sechs Uhr, als wir uns in Richtung erstes Etappenziel, den Repenstein, auf den Weg machen. Gleich zu Beginn geht’s durch den Bauernhof des Gaalreiter, wenig später verlassen wir die Forststraße und folgen dem markierten Steig durch den Wald. Mal steiler, mal geht es über offene Wiesenflächen, dann wieder durch dichtes Waldgelände – das Terrain präsentiert sich sehr abwechslungsreich. Bis zum Repenstein, der auf 1.956 Metern liegt, sind es um die 750 Höhenmeter. Kurz vor diesem markanten Felshaufen endet der Wald und es geht über schöne Wiesenhänge und kurze Latschengassen empor.

Zwei Stunden sind wir unterwegs, als wir am Repenstein ankommen. Rechts könnte man über den Wanderweg 980 in den Ingeringgraben absteigen, wir gehen geradeaus und folgen dem 980er in nördlicher Richtung. Nach weiteren 150 Höhenmetern erreichen wir den Kleinen Ringkogel, von welchem man einen prachtvollen Blick auf die Gipfel des Seckauer Alpen genießt. Von hier sind es nur mehr 160 Höhenmeter bis zum Gipfelsieg auf dem 2.277 Meter hohen Großen Ringkogel. Bemerkenswert: damit ist der Ringkogel gleich hoch wie der Hochschwab oder der Hornfeldspitz. Jacky, Mama und ich bleiben aber nicht lange – schnell einen Eintrag ins Gipfelbuch verfasst und schon geht’s weiter in Richtung Pletzen.

Nach dem Ringkogel steigen wir ein paar Höhenmeter ab, ehe der Schlussanstieg auf den Pletzen beginnt. Nach einer Gesamtdauer von knapp vier Stunden, samt Fotopausen, erreichen wir das etwas vorgelagerte Gipfelkreuz, welches nicht auf dem höchsten Punkt steht. Uns bietet sich eine traumhafte Kulisse: unter uns liegt der idyllische Sundlsee, links davon ragen mit dem Seckauer Zinken, dem Hochreichart und dem Geierhaupt die höchsten Vertreter der Seckauer Tauern in den Himmel. Auch die Gipfel der Triebener Tauern, darunter der Westliche Gamskogel, sind sehr nah. Weiter „draußen“ sind auch einige Gesäuse-Berge zu erkennen. Im Westen wird es allerdings immer dunkler, die vorausgesagten Regenschauer ziehen aber nur langsam heran. Dennoch entschließen wir uns dazu, unsere Jausenpause zu verschieben und so schnell wie möglich vom 2.345 Meter hohen Gipfel des Pletzens abzusteigen. 

Tipp: für konditionsstarke und trittsichere Berggeher bietet sich eine Erweiterung über den kreuzlosen Sonntagkogel an. Dieser ist vom Pletzen über die Planspitze und die ausgesetzte Tierscharte zu erreichen. Danach führt der Weg zum Kettentörl und weiter bis zum Ingeringsee. Bei dieser Variante sollte man aber definitiv im Ingeringgraben starten. Diese Route beinhaltet dann knapp 30 Kilometer und über 1.600 Höhenmeter!

Für unser Trio geht es nun also zurück in die Senke vor dem Ringkogel, hier könnte man zum Sundlsee absteigen – auch hier gibt es eine Aufstiegsvariante aus dem Ingeringgraben. Wieder am Ringkogel gibt es eine kurze Trinkpause – der Wetterwind wird etwas stärker, es wird spürbar kühler, somit gibt es für uns nur eine Option: weiter talwärts. Schnell steigen wir über den Kleinen Ringkogel und den Repenstein ab. Kurz vor der Waldgrenze erreichen uns einige wenige Regentropfen, wir haben aber das Glück, dass sich die dunklen Wolken eher in Richtung Zirbitzkogel verabschiedet haben, somit bleiben wir trocken. Im Abstieg sammeln wir noch einige Steinpilze, die direkt neben dem Weg aus dem Boden gewachsen sind, ein und entschließen uns kurz vor dem Gaalreiter zu unserer wohlverdienten Jausenpause. Bereits 15 Kilometer und über 1.200 Höhenmeter in den Beinen schmecken Schweinsbraten und selbstgebackenes Brot gleich noch viel besser. Um kurz nach halb 1 Uhr erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt.

Diese Wanderung zählt aufgrund seines unschwierigen Terrains – nie ist es ausgesetzt oder gefährlich – und auch seiner wunderschönen Ausblicke, sowie zweier sehr unterschiedlicher Gipfelkreuze, definitiv zu den „to-do’s“ in der Region Murtal. Zwar gibt es am Weg keine Möglichkeiten irgendwo einzukehren, aber genau sowas braucht es ja auch nicht immer. Wir haben diese, wenn man es so will, 4-Gipfeltour, in vollen Zügen genossen.

Infobox
Start - Ziel:Parkplatz kurz vom dem Gehöft Gaalreiter
Höhenmeter:1.250
Distanz (km):15
Gehzeit (exkl. Pausen):4,5-7h
GPX-File Download:Link

2 Kommentare

  1. Schnell Michaela
    August 7, 2022
    Antworten

    Schaut das traumhaft aus wäre genau meins
    Man müsste Mal ein paar Tage verbringen in der Region, ansonsten etwas zu weit weg für mich

    • martin
      August 8, 2022
      Antworten

      🙂 dann mal ein paar Tage in der Region Murtal verbringen – es lohnt sich! 🙂

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