Prestholtrunden

1.600m | Hallingskarvet, Viken/Norwegen

„Rauf, rauf, rauf – immer schön die Treppe rauf“ – Auf den Aussichtsposten im Hallingskarvet Nationalpark!


Nach einigen erholsamen Tagen an der Grenze zu Jotunheimen zog es uns wieder etwas weiter gen Süden und zwar in den beliebten Wintersportort Geilo. Auch im Sommer kann dort jede Menge erlebt werden, darunter auch eine Vielzahl an unschwierigen Wanderungen.  Wir haben uns für eine aussichtsreiche Tour im Hallingskarvet Nationalpark entschieden.

Vom kleinen 2.500-Einwohnerstädtchen Geilo sind es gut 20 Minuten bis zum Ausgangspunkt unserer Wanderung, dem Prestholtseter – einer kleinen Hütte mitten im Nirgendwo. Der Weg dorthin ist mautpflichtig, wie bereits am Bitihorn ist das Geld mittels Kuvert zu hinterlegen. Bereits bei der Ankunft auf zirka 1.230 Metern über dem Meeresspiegel weht uns ein eisiger Wind entgegen, somit machen wir uns schnell auf den Weg in etwas geschützteres Gelände. Vom noch recht leeren Parkplatz folgen wir dem Weg in Richtung Westen und biegen nach nur wenigen Gehminuten auf den mit Steintreppen übersäten Weg ab. So gewinnen wir auch recht schnell an Höhe und gelangen in weiterer Folge in etwas felsigeres Terrain. Dort treffen wir auf vier Nepalesen, die gerade dabei sind, weitere Stufen in das Gelände zu bauen. Schon des Öfteren habe ich Berichte gelesen, dass man diese extra für den Bau für Stiegen aus Asien einfliegt. Wir fühlen uns irgendwie wie Frodo und Sam, die beim Fantasy-Epos „Der Herr der Ringe“ am Weg nach Mordor ebenfalls unzählige Felsstufen hinter sich bringen müssen. Nach einer knappen Stunde erreichen wir unser erstes Etappenziel namens Prestholtskaret – eine Einsattelung östlich des höchsten Punktes dieses Gebirgsstocks, dem 1.859 Meter hohen Prestholtskarvet.

Wichtige Wegpunkte und Gipfel sind in Norwegen weitestgehend mit überdimensionalen Steinmandln gekennzeichnet, auch am 1.600 Meter hohen Prestholtskaret steht ein solches. Der Wind ist hier nicht ganz so stark, die Bewölkung lichtet sich etwas und es bieten sich uns einige schöne Blicke in Richtung Südwesten, wo mit der Hardangervidda der größte Nationalpark Norwegens und Euorpas größte Hochebene liegt – dort werden wir in wenigen Tagen unterwegs sein. Ein Blick auf den Parkplatz bei Prestholtseter zeigt, es werden noch einige Wanderer nachkommen, somit machen wir uns wieder auf den Weg. Kurz überlegen wir, gen Westen zu wandern und den Prestholtskarvet mitzunehmen, dort hält sich aber hartnäckig eine Wolkenbank, somit drehen wir nach Osten und wandern stets gut markiert weiter. Der Weg führt durch ein regelrechtes Steinlabyrinth, welches eher an einen anderen Planeten erinnert – sehr speziell. Gepaart mit Weitblicken in den Nordosten in Richtung Skogshorn und die grünen Ebenen dazwischen runden diesen Teil der Tour perfekt ab. Wir sind mittlerweile fast zwei Stunden unterwegs als wir zu einer Weggabelung kommen. Die „Prestholtrunden“ ist immer ideal ausgewiesen, ein falsch Abbiegen ist also ausgeschlossen. Wir wandern aber noch ein Stück weiter und erklimmen einen wunderschönen Aussichtspunkt. Dort legen wir eine Pause ein, in welcher ich auch einige Luftaufnahmen mache.

Danach geht’s zurück zur besagter Kreuzung und über schottriges Gelände bergab. Der Weg führt ins einige Zeit lang in Richtung Osten, das felsige Gelände verschwindet und wir spazieren entspannt über grünen Almboden zurück zur Straße, die uns am Morgen zu unserem Ausgangspunkt gebracht hat. Die letzten 15 Minuten folgen wir dieser und kommen nach zirka 3,5 Stunden wieder beim nun gut gefüllten Parkplatz an. Erst seit Dezember 2006 existiert der Hallingskarvet Nationalpark, die Prestholtrunden ist definitiv einer seiner Highlights und kann jedem Besucher dieser Region ans Herz gelegt werden. Auch wenn es bei uns recht stürmisch und wolkig war, möchten wir diese unschwierige Wanderung und deren traumhaften Ausblicke keinesfalls missen. 

 

Infobox
Start - Ziel:Parkplatz Prestholtseter
Höhenmeter:530
Distanz (km):7
Gehzeit (exkl. Pausen):2-4h
GPX-File Download:Link

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