Zeiritzkampel & Hinkareck

2.125m, 1.932m | Eisenerzer Alpen, Steiermark

Gipfelglück am dritthöchsten „Eisenerzer“


Mitten am Hauptkamm der Eisenerzer Alpen gelegen, ist der Zeiritzkampel ein Fixpunkt bei der Weitwanderung am weithin bekannten Thekla-Steig, welcher die Reichensteinhütte am Eisenerzer Reichenstein und die Mödlinger Hütte verbindet. Aber auch als Tagestour ist der Aufstieg zu einem der höchsten Gipfel dieses Gebirgszuges absolut lohnenswert.

Bereits im Vorjahr statteten wir dieser Gegend bei unserer 3-Gipfeltour über Kragelschinken, Wildfeld und Stadelstein einen Besuch ab, der Zeiritzkampel selbst stand ebenfalls schon seit langer Zeit auf meiner Liste. Grund genug, um diesen durchaus markanten Gipfel gleich an den Beginn der Wander-/Sommersaison zu stellen. So geht es für uns im kleinen Ort Kalwang taleinwärts, dieses Mal halten wir uns bei der Weggabelung links – rechts folgt die Straße dem Langteichenbach bis zum Wanderparkplatz, wo es in Richtung Teichenegg geht. Wenige Minuten sind es von der Abzweigung bis zum großzügigen Parkplatz auf knapp 1.000 Meter Seehöhe. Wichtig: Das Abstellen von Fahrzeugen ist in diesem Bereich erst ab 7 Uhr morgens erlaubt – unbedingt die Hinweistafel bei der vorhin erwähnten Weggabelung beachten. 

Wir sind pünktlich und starten unseren Aufstieg zum Brunnecksattel, dem ersten Etappenziel. Der Wanderweg 678 führt vorbei am Jagdhaus Thon und danach idyllisch in Richtung Norden. Wir passieren die Jagdhütte Kießling und folgen dem Weg, welcher uns wenig später zur Achneralm auf 1.217 Meter bringt. Zwischen der Alm und dem Brunnecksattel erspähen wir auch einige Murmeltiere, die sich in der wärmenden Sonne vergnügen. Die letzten Höhenmeter bis zur Einsattelung – bis vom Startpunkt sind es gute 600 davon, geht es etwas steiler aufwärts. Kurz vor dem Brunnecksattel lichtet sich die Vegetation und auch die Sonne wird uns ab diesem Punkt für die restliche Tour begleiten. Auf 1.619 Metern angekommen, treffen wir auf zwei Wanderer, die gestern vom Präbichl gestartet sind und in zwei Tagen am Theklasteig bis zur Mödlinger Hütte wandern. Wir legen eine kurze Pause ein und genießen die Blicke zu den südlich gelegenen Seckauer Tauern, die sich uns in voller Pracht präsentieren.

Wir folgen nun dem Wanderweg 673 und nehmen eine weitere, sich vor uns aufbäumende Erhebung in Angriff. Auf dieser angekommen, werfen wir einen Blick auf unseren Weiterweg, der sich weitestgehend schneefrei präsentiert. Wir kraxeln über einen stellenweise etwas schmalen Gratrücken, an manchen Stellen sollte man daher wirklich konzentriert sein, und nehmen kurz danach einen immer steiler werdenden Anstieg ins Visier. Im oberen Teil liegt noch ein Schneefeld, welches wir nach kurzem Überlegen umgehen. Wir sind bereits auf über 2.000 Meter Seehöhe, als wir diesen steilen Anstieg hinter uns lassen und einen traumhaften Blick auf unser Tagesziel werfen. Am Gipfel des Zeiritzkampel scheint einiges los zu sein, somit entschließe ich mich bereits hier einige Luftaufnahmen zu machen – keinesfalls möchte ich die Gipfelruhe anderer Wanderer stören. Von diesem Punkt sind es keine 100 Höhenmeter mehr bis zum mit einem Edelweiß verziertem Gipfelkreuz. Mit 2.125 Metern ist der Zeiritzkampel einer der höheren Vertreter der Eisenerzer Alpen, die Aussicht kann sich gerade deswegen richtig sehen lassen. 

Das 360-Grad-Panorama beschert uns einen Blick auf unzählige Gipfel, am präsentesten ist wohl das steirische Matterhorn, der 2.217 Meter hohe Lugauer, der mich auch irgendwie reizen würde – aber man will ja nichts überstürzen und sich nicht zu viel zumuten. Auf den Gesäuse-Gipfeln des Hochtors und des Großen Ödsteins liegt noch jede Menge Schnee, auch am Admonter Reichenstein ist noch einiges an weißer Pracht übrig. Wir haben Glück und sind am Gipfel weitestgehend allein, genießen somit die Ruhe und unsere mitgebrachte Jause, die wir uns aufgrund der zirka 1.150 Höhenmeter Aufstieg auch verdient haben – zumindest haben wir beim Verzehr nicht unbedingt ein schlechtes Gewissen.

Es ist mittlerweile kurz nach Mittag, als wir uns in westlicher Richtung auf den Weg in Richtung Zeiritztörl machen. Im Abstieg passieren wir das Schobesberger-Kreuz und treffen auch auf einen spannenden Vertreter aus dem Tierreich. Mitten auf dem Weg sonnt sich eine kleine Kreuzotter, Jacky ist zwar kurz angespannt, aufgrund genügend Ausweichmöglichkeiten entspannt sich die Lage aber wieder recht schnell – es sollte auch nicht die letzte sein, die wir an diesem Tag zu Gesicht bekommen. Im Törl angekommen folgen wir dem Weg 673 weiter, denn wir wollen auch noch auf das 1.932 Meter hohe Hinkareck – keine 100 Höhenmeter sind es bis zum zweiten Gipfel unserer Tour. Kurz davor steht auch das Antoni-Kreuz samt Wegbuch – von hier führt der Wanderweg 677a zur Seekaralm und weiter in Richtung Radmer an der Hasel. Das Wetter hält, auch wenn sich ab und an Wolken vor die Sonne schieben, somit haben wir im Abstieg wenig Stress und wandern gemütlich zurück zum Zeiritztörl, biegen dort rechts ab und legen bei der Jagdhütte Zeiritz eine kurze Pause ein. Von hier sind es noch gute 600 Höhenmeter im Abstieg, viele Meter verlieren wir gleich nach der Hütte, als sich der Weg in Serpentinen durch den Wald nach unten schlängelt. Die letzten zirka drei Kilometer folgen wir einer Forststraße, die uns zurück zum Parkplatz bringt. 

Die etwas mehr als 15 Kilometer lange und zirka 1.250 Höhenmeter beinhaltende Tour in den Eisenerzer Alpen ist zwar konditionell etwas fordernd, mit genügend Zeit und passendem Wetter kann man aber einen grandiosen Tag inmitten einer wunderschönen steirischen Bergwelt verbringen, vorausgesetzt, man bringt ein gewisses Maß an Trittsicherheit mit.

Infobox
Start - Ziel:Parkplatz Zeiritzgraben
Höhenmeter:1.250
Distanz (km):15,5
Gehzeit (exkl. Pausen):5-7h
GPX-File Download:Link

Schreibe den ersten Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.