1.523m | Teneriffa, Spanien
Eine andere Welt – durch die Vulkanlandschaft des letzten aktiven Feuerspuckers
Das Jahr 2026 ist erst wenige Tage alt, doch schon steht die erste Wanderung an – doch nicht in Österreich. Wie schon im Jahr davor verbringen Jacky und ich ein paar erholsame Tage auf den Kanaren, dieses Mal auf Teneriffa. Eine Wanderinsel vor dem Herrn und in unseren paar Tagen wollen wir kein vollgedrängtes Programm haben. Genau aus diesem Grund beschränken wir uns auf zwei Touren – eine davon um den Chinyero, jenen Vulkan, der „zuletzt“ auf Teneriffa ausgebrochen ist.
„Der Kälte entfliehen und mediterranes Klima genießen“ – das steht bei Vielen um den Jahreswechsel auf der Agenda. Ich mag niedrige Temperaturen, Schnee und Eis und was der Winter noch so alles mit sich bringt. Aber: die letzten beiden Reisen auf die Kanaren haben mir gezeigt, dass es durchaus was für sich hat, wenn man im Jänner bei 15 Grad, mit einem guten Glas Wein, am Meer sitzt. Etwas, was wir womöglich zu einer Regelmäßigkeit werden lassen.
Wie auf den meisten Reisen sind unsere Wandersachen mit dabei, so auch auf einer der „wanderbarsten“ Inseln, die Europa zu bieten hat. Teneriffa gilt als echtes Hiking-Eldorado, mit Touren für jeden Wandertyp. Man könnte unzählige Wochen auf der größten der Kanareninseln verbringen und man würde noch immer nicht alle Wanderwege kennen. Wir einigen uns schon vor dem Abflug gen Süden darauf, zwei Touren auf unsere Agenda zu setzen – es soll kein Freizeitstress entstehen, Genuss steht im Vordergrund.
Bei meinen Recherchen stieß ich natürlich auf eine der Paradewanderungen, die Umrundung des Schlackenkegels Chinyero. Hier fand auch der letzte Vulkanausbruch auf Teneriffa statt: von 18. bis 27. November 1909 spuckte der Chinyero Feuer. Über 2km² Land wurden dadurch verwüstet. Ein schöner Weg soll sich durch das Gebiet schlängeln.
Zwei Tage nach unserer Ankunft nehmen wir diese Tour in Angriff. Wir wohnen strategisch „clever“, an der Südwestküste Teneriffas, eine gute halbe Stunde vom Flughafen „Teneriffa Süd“ entfernt. Von unserer Unterkunft zum Parkplatz rund um den Mirador de los Poleos sind es nur gut 30 Kilometer. Man sollte früh dran sein, tagsüber kann es hier richtig voll werden – auch im Jänner. Um halb elf Uhr starten wir auf den stets gut ausgeschilderten Weg, nach nur wenigen Minuten präsentiert sich dann bereits der höchste Berg Spaniens, der 3.715 Meter hohe Pico del Teide in all seiner Pracht. Einige Tage davor hat es noch geschneit, was die Fotos noch kitschiger erscheinen lässt. Der Rundweg „Circular Chinyero“ ist insgesamt 5,7 Kilometer lang und beginnt erst nach einigen Gehminuten. Wir entscheiden uns die Runde gegen den Uhrzeigersinn zu gehen, also wandern wir zuerst in östlicher Richtung. Den ersten Teil, etwas mehr als 2,5 Kilometer, geht es für uns über Waldboden, ehe es dann etwas steiniger und sandiger wird. An den Osthängen des Chinyero wandern wir entspannt entlang und bleiben gefühlt alle fünf Meter stehen, weil sich immer wieder traumhafte Fotomotive bieten. Das Schwarz des Lavagesteins, dann wieder ein Baum, der sich durch die mit Steinen und Sand überzogene Landschaft kämpft – wirklich wunderschön und für uns Zentraleuropäer nichts Alltägliches.
Auf der Nordostseite dann das nächste Highlight: der Wanderweg führt hier schnurstracks durch ein mit messerscharfen Steinen übersäten Bereich. Eindrucksvoll und sehr fotogen. Dahinter steht ein kleiner Gipfel, der Montaña de la Cruz. Ich will natürlich rauf, überlasse es aber natürlich Jacky und meinen Eltern. Ich bin sehr happy, als wir beschließen, die zirka 80 Höhenmeter mitzunehmen. Der Weg zum Gipfel schlängelt sich rund um den Berg, keine 30 Minuten später stehen wir am „Kreuzberg“. Doch hier ist keins, also müssen wir schnell ein provisorisches aufstellen – nur fürs obligatorische Gipfelfoto. Der Rundumblick vom 1.523 Meter hohen Montaña de la Cruz ist beeindruckend. Was es vor allem so speziell macht, ist der stetige Blick aufs Meer und auf die umliegenden Inseln – La Gomera und La Palma sind gut zu erkennen.
Wir genießen die Ruhe hier oben, denn kein anderer Wanderer hat sich den Kreuzberg auf die „to-do“-Liste des Tages gesetzt. Doch dann müssen wir auch wieder an den Rückweg denken und folgen dem Aufstiegsweg zurück bis zur Weggabelung mit dem Rundweg um den Chinyero. Diesem folgen wir nun in südlicher bzw. südöstlicher Richtung, bis er uns zurück, nach 3,5 Stunden zum Ausgangspunkt bringt.
Die Wanderung um den Chinyero und auf den Montaña de la Cruz ist etwas ganz spezielles. Unschwierig, für alle Altersklassen machbar und reich an Impressionen, die man nicht überall auf dieser Welt bekommt. Rückblickend betrachtet, war diese Tour um den „kleinen Vulkan“ ein echtes Highlight, welches wir nicht missen möchten. Bei einem Teneriffa-Urlaub darf diese Wanderung definitiv nicht fehlen.
| Infobox | |
|---|---|
| Start - Ziel: | Parkplätze nähe dem Mirador de los Poleos |
| Höhenmeter: | 325 |
| Distanz (km): | 11,5 |
| Gehzeit (exkl. Pausen): | 2-3h |
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