Roques de Garcia

Rundwanderung um den Roque Cinchado | Teneriffa, Spanien

Am Fuße König Teides:

Rundwanderung in einer echten Traumkulisse

Der Pico del Teide, der höchste Berg Spaniens – ihn umgibt irgendwie eine ganz besondere Aura. Mit seinen 3.715 Metern ist er fast so hoch wie der Großglockner und ist neben dem Roque Cinchado das Wahrzeichen Teneriffas. Zu meinem Geburtstag würde ich gerne den höchsten Punkt besuchen, auch wenn dieses Unterfangen um diese Jahreszeit durchaus mit Risiko behaftet ist. Am Ende kommt es aber sowieso immer anders, als geplant.

Wir haben den 16. Jänner und ich starte in mein letztes 30er-Jahr. Gebührend „feiern“ will ich die letzte 3 mit einem Gipfelsieg am Pico del Teide. Da wir uns aber definitiv nicht die Strapazen von 1000 Höhenmetern (und mehr) an diesem Tag antun wollen, entscheiden wir uns schon lang vor unserer Abreise für die Gondelfahrt bis kurz unter dem Gipfel.

Diese bringt Besucher in nur acht Minuten von 2.356 Metern Seehöhe auf 3.555 Meter – von da sind es also „nur mehr“ 160 Höhenmeter bis zum Gipfel. Für den Aufstieg auf diesen braucht es allerdings eine Genehmigung, die man sich im Voraus einholen muss. Ansonsten bleibt einem der Zustieg auf Spaniens höchsten Punkt verwehrt. Hier der Link zu allen notwendigen Informationen hinsichtlich des Aufstiegs auf dem PNT 10 Telesforo Bravo.

Die erste Gondel fährt um 9 Uhr morgens, wir wollen zeitig dort sein und haben auch unseren Platz für die erste Bergfahrt reserviert. Für Berg-/Talfahrt bezahlen wir pro Person 42€. Auf der Fahrt zur Talstation erleben wir besondere Momente, als die Morgensonne den Teide orange leuchten lässt. Da wir früh unterwegs sind, haben wir auch keinen Zeitdruck und können immer wieder mal stehenbleiben und diese doch eindrucksvolle Kulisse auf uns wirken lassen. Kurz nach acht Uhr sind wir dann bei der Talstation und warten auf die erste Gondel des Tages. Bemerkenswert: um diese Jahreszeit werden zirka 40% der Reservierungen für die Auffahrt aufgrund Windes gecancelled – ein bisschen Glück braucht man also immer. Was wir schon kurz vor unserer Auffahrt erfahren: der Wanderweg auf den Gipfel ist aufgrund eisiger Verhältnisse gesperrt. Wir hätten zwar unsere Grödel dabei, aber, wie wir später von einer Bekannten erfahren haben, hätte man uns auch nicht ohne Pickel auf den PNT 10 gelassen. Sei es wie es sei – etwas schade, da das Wetter wirklich gut war, auch der Wind hielt sich für Teneriffa-Verhältnisse in Grenzen, aber dann genießen wir eben die Aussicht von La Rambleta, der Bergstation der Seilbahn.

Wir sind also recht früh wieder „unten“ und überlegen, was wir nun machen. Kurz folgen wir der Straße bis zum Mirador de Tabonal Negro, von wo man einen schönen Blick auf das Plateau unterhalb des Teide hat. Eigentlich hätten wir den Aufstieg auf den 2.718 Meter hohen Guajara auf dem Programm – dieser beinhaltet etwas mehr als 600 Höhenmeter, aber so richtig heiß sind wir irgendwie nicht drauf. Dann vielleicht doch die Wanderung um das Wahrzeichen Teneriffas – den Roque Cinchado. Wir staunen nicht schlecht, als kurz vor elf der Parkplatz beim Hauptstartpunkt des Wanderwegs übergeht. Was nun? Bei unserer Auffahrt haben wir gesehen, dass weiter unten noch ein kleiner Aussichtspunkt samt Parkplatz ist. Von dort führt ein Wanderweg über die Ebene vor den bizarren Felsformationen, die wir umrunden wollen. Gute Wahl, denn dort stehen nur wenige Autos und wir können meine Geburtstagswanderung von hier aus in Angriff nehmen.

Vom Mirador de Llano de Ucanca führt der Weg 26 in nördlicher Richtung, direkt auf den Teide und die Roques de Garcia zu. Um die 20 Minuten wandern wir entspannt über die Ebene, ehe es „näher“ and die riesigen Felsformationen geht. Vorbei an „La Catedral“ halten wir uns beim Wegweiser nun in südöstlicher Richtung. Zwischen den Felsen führt ein schön angelegter Wanderweg nun ansteigend auf eine Einsattelung. Von hier sind es keine 100 Höhenmeter zum Parkplatz La Ruleta, von welchem die meisten Besucher zu den Roques de Garcia spazieren. Und ja, es ist wirklich viel los – somit halten wir uns gar nicht lange auf und folgen dem Rundweg. Kurz nach dem Parkplatz steht er, der Roque Cinchado. Schnell ein Foto gemacht und weiter, weg von den Massen. Nach nur wenigen Minuten sind wir wieder alleine, begnügen sich die meisten dann anscheinend mit einem Foto vom Cinchado. Hier wandert man auf einer regelrechten Straße, die wunderschön angelegt durch die traumhafte Landschaft führt.

Mittlerweile ist es kurz vor halb 1 Uhr mittags, als wir den nördlichsten Punkt unserer Runde erreichen. Von nun an geht es wieder bergab und in Richtung des vorhin erwähnten Wegweisers. Fast im Minutentakt bleiben wir stehen, weil sich uns immer wieder neue Ausblicke in die Umgebung bieten und man hier und da ein neues Felsspitzchen entdeckt. In gemäßigtem Tempo geht es „talwärts“ und dann über die Ebene zurück zum Ausgangspunkt, welchen wir um kurz nach 13 Uhr erreichen – gute zwei Stunden waren wir um die Roques de Garcia unterwegs. Eine perfekte Geburtstagstour, nun aber wieder zurück ans Meer und mit einem guten Glas Wein den Tag ausklingen lassen.

Ein Besuch dieser wirklich außergewöhnlich schönen Landschaft ist jedem Teneriffa-Urlauber wärmstens zu empfehlen. Tipp: entweder früh am Morgen, später am Nachmittag, oder, so wie wir, nicht vom Hauptparkplatz La Ruleta starten. 

Infobox
Start - Ziel:Parkplatz Mirador del Llano de Ucanca
Höhenmeter:215
Distanz (km):7,5
Gehzeit (exkl. Pausen):2h
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