Schmittenstein & Schlenken

1.695m, 1.648m | Osterhorngruppe, Salzburg

Panoramarunde in der Osterhorngruppe

Die Osterhorngruppe (oder auch Salzkammergut-Berge): eine über 2.000 km² umfassende Gebirgsgruppe, die zu den nördlichen Kalkalpen zählt. Dort findet man vor allem eines: aussichtsreiche, aber nicht allzu hohe Gipfel. Zwei davon können zu einer traumhaften Rundtour zusammengeschlossen werden. Ein Genuss für jeden Bergliebhaber, der es auch Mal etwas gemütlicher angehen lassen will.

Wir haben die zweite Junihälfte, das Wochenende um die Sommersonnenwende. Ein Zeitpunkt wo sich auf einer Alm im Salzburgerischen traditionell eine Handvoll Menschen treffen, um „ihrer“ Musik zu lauschen und einige entspannte Stunden unter Gleichgesinnten zu verbringen. Aber für mich ist klar: tagsüber will ich in die Berge und was läge näher als gemeinsam mit einer sehr guten Freundin die Bergwelt zu erkunden. Wir treffen uns zeitmäßig in der Mitte, die Wahl fällt auf die Wanderung auf den Schlenken und den Schmittenstein, zwei grandiose Aussichtsberge im Tennengau, erste Reihe fußfrei vor dem Hohen Göll und der ein oder anderen Berchtesgadener Gipfelprominenz.

Samstag, der 20. Juni – der Wecker läutet früh, eigentlich viel zu früh, wenn ich bedenke, dass ich erst vor fünf Stunden eingeschlafen bin. Um 5:45 Uhr morgens verlasse ich die kleine Ortschaft Abtenau und mache mich auf den Weg über Scheffau und weiter über die A10 bis nach Hallein. Unser Ausgangspunkt liegt kurz vor dem Halleiner Haus, auf einer Seehöhe von knapp über 1.100 Metern. Kurz nach meiner Ankunft, um ca. 6:30 Uhr, biegt auch Michi auf den Parkplatz ein. Seit nunmehr sechs Jahren kennen wir uns und mit der Zeit hat sich, wie sie es bezeichnet, eine tolle Freundschaft entwickelt. Dem kann ich nur zustimmen und es ist schön, dass es nun endlich auch mit einer gemeinsamen Wanderung klappt. Eigentlich wollten wir im Vorjahr auf den Göll, doch ein gemeinsamer Gipfelsieg war uns letzten September nicht vergönnt – vielleicht im September 2026.

Es ist knapp nach 6:30 Uhr, die Temperatur ist aufgrund der Hochwetterlage und der anhaltenden Hitzewelle schon „fordernd“. Positiv: einen Teil des Aufstiegs zum ersten Gipfelkreuz legen wir noch im Schatten und durch bewaldetes Gebiet zurück. Vorbei an der Halleiner Hütte spazieren wir am Wanderweg 840 entlang. Wenig später treffen wir wieder auf die Formaustraße, diese verlassen wir aber gleich wieder und folgen dem 840er nun mäßig steigend durch den Wald. Von der Abzweigung legen wir in etwa 250 Höhenmeter bis zum ersten Aussichtspunkt unserer Runde, dem 1.507 Meter hohen Rengerberg, zurück. Dieser ist aber kein eigenständiger Gipfel, ebenso wenig die kurz darauf folgende Jägernase, die sogar gleich hoch ist. Von beiden hat man aber einen sehr schönen Blick zum höchsten Punkt unserer Tour, den Schmittenstein. Die Jägernase selbst fällt an ihrer Ostseite steil ab, hier ist durchaus Vorsicht geboten. Wer sich die luftige Stelle ersparen will, kann den Aussichtspunkt auch etwas unterhalb queren.

140 Höhenmeter später stehen wir am ersten „echten“ Gipfel unserer Genusstour, dem 1.648 Meter hohen Schlenken. Dieser ist zu jeder Jahreszeit ein äußerst lohnenswertes Ausflugsziel. Das Panorama von hier ist in der Tat grandios: der Blick reicht vom Dachstein und der markanten Bischofsmütze, über die Vertreter des Tennengebirges, den Hochkönigstock und dem Hohen Göll, bis hin zum Untersberg, der letzten Felsbastion vor den Toren Salzburgs. Nach einer kurzen Trinkpause machen wir uns wieder auf den Weg und steuern nun schnurstracks auf den Schmittenstein zu. Das Wandern in diesem Abschnitt ist entzückend, folgt der Weg unschwierig genau dem Kammverlauf und bietet jede Menge Aussicht. Eine in etwa fünf Meter hohe Felsstufe wurde mit einem Stahlseil entschärft und macht eher Spaß, als das sie Probleme darstellt. Bei Nässe ist hier allerdings Vorsicht geboten. Kurz danach erreichen wir die Einsattelung zwischen Schlenken und Schmittenstein, hier marschieren wir weiter in östlicher Richtung. Der Weg wird etwas felsiger, abgespeckter und schlängelt sich im Schatten bergwärts. 50 Höhenmeter unter dem Tourenziel flacht der Steig ab und quert an der Nordseite des Schmittensteins dessen Gipfelaufbau. Eine steile 180-Gradkurve, die mit einem Seil entschärft wurde, führt zum Gipfelplateau, welches wir um 9:15 Uhr erreichen. 

Nun steht die wohlverdiente Jausenpause auf dem Programm. Mit Paulaner Spezi – danke Michi – und anderen Delikatessen (inkl. Niemetz Schwedenbomben Riegel) genießen wir unsere Auszeit in vollen Zügen. Doch nach einer guten halben Stunde müssen wir auch wieder an den Abstieg denken, denn die Temperaturen klettern weiter munter in die Höhe und ich will recht zeitig im Hotel sein, um vor dem anderen Highlight des Tages noch etwas Verschnaufen zu können.

Wir steigen wieder bis zur vorhin erwähnten Einsattelung ab, dann links und weiter auf dem Wanderweg 841, der sich malerisch an die Südhänge des Schlenkens schmiegt und idyllisch über blumenübersäte Almwiesen führt. Stehts dabei im Blick: der Hohe Göll. Na wenn das kein Zeichen ist. An einer Geländekante treffen wir auf den Weg, der uns direkt vom Schlenken heruntergeführt hätte. Wenig später passieren wir die Trautenstattalm und die Zillhütte. Den restlichen Rückweg bringen wir auf der Forststraße hinter uns. Lockeres Ausgehen nach einer wirklich gelungenen Rundtour in der Osterhorngruppe. Es ist kurz vor zwölf Uhr Mittag, als wir den Parkplatz beim Gasthof Zillreith erreichen und mit einem eiskalten Getränk aus dem Automat anstoßen.

Es ist immer wieder schön zu sehen, dass die „neumoderne“ Zeit auch viele positive Dinge mit sich bringt. Michi und ich haben uns vor vielen Jahren über Instagram kennengelernt. Wir teilen einige Interessen: vor allem Berge und Metal. Dass sich aus einer „Internetbekanntschaft“ ein durchaus wichtiger Bestandteil meines kleinen Freundeskreises entwickelt, ist fast schon sehr erfreulich. Zwar spielt sie „bergsteigertechnisch“ in einer anderen Liga – stand sie voriges Jahr doch auch schon am Matterhorn, spaziert gern mal über den Watzmann, und Ähnliches, umso erfreulicher ist es dann aber auch, dass wir mit solch einer gemütlichen Tour wertvolle Zeit miteinander verbringen können. Die Runde über Schlenken und Schmittenstein ist vor allem eins: aussichtsreich. Wenn man mit etwas felsigerem Terrain so gar nicht klar kommt, dann kann man es auch mit dem Aufstieg zum Schlenken belassen. Die Schwierigkeiten am Weg zum Schmittenstein sind schlussendlich wirklich sehr gering und können mit etwas Vorsicht von jedem Wanderer bewältigt werden.

Für mich geht es nun zurück nach Abtenau, unter die Dusche und für ein paar Stunden auf die Couch, ehe ich mich gegen halb fünf Uhr Nachmittags wieder in Richtung Neudegg Alm mache. Dort wartet um kurz nach 23 Uhr ein grandioses Sonnwendfeuer. Abgerundet wird dieser besondere Moment von vielen Leuchtfeuern auf dem umliegenden Gipfeln, allen voran der 2.458 Meter hohen Bischofsmütze. Eine meiner absoluten Lieblingsbands danach noch live zu erleben, rundet diesen kurzen Wochenendtrip ins Bundesland Salzburg ab. 

Infobox
Start - Ziel:Parkplatz Zillreith
Höhenmeter:750
Distanz (km):11
Gehzeit (exkl. Pausen):3-4h
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2 Kommentare

  1. Gabi Steininger
    Juni 29, 2026
    Antworten

    Hey Martin, hab mit Michi bei Camba gearbeitet. Ich verfolge alle ihre Touren und bin immer begeistert. Freut mich sehr mal eine „Wanderung “ von ihr zu sehen. Dies könnte ich evtl auch schaffen. Habs mir notiert und steht auf jeden Fall auf meiner Wunschliste. weiterhin viel Spaß und noch viele weitere schöne Gipfelerlebnisse.
    Grüßle aus Obing von Gabi

    • martin
      Juni 29, 2026
      Antworten

      Michi kann auch „wandern“ 😀 vielen lieben dank für deinen kommentar und ja, hoffentlich kommen noch viele schöne gipfelerlebnisse hinzu.

      die wanderung ist echt sehr fein – kann ich echt wärmstens empfehlen 🙂 lg aus der steiermark 🙂

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